Welche Unterschiede gibt es zwischen verschiedenen Aktenvernichtern? Auf was ist zu achten?

Aktenvernichter werden in zwei Ausführungen und in verschiedenen Sicherheitsstufen angeboten. Die Schnittart bestimmt die Ausführung: Streifenschnitt oder Partikelschnitt. Wie die Bezeichnung es bereits sagt, zerkleinert ein Shredder mit Streifenschnitt das Papier mittels Längsschnitt in schmale Streifen. Beim Partikelschnitt hingegen arbeitet das Schneidwerk in zwei Richtungen gleichzeitig – längs und quer. Das Ergebnis sind kleine rechteckige Partikel von wenigen Millimetern Größe.
Die Sicherheitsstufe beim Aktenvernichter gibt an, wie effektiv das Zerkleinern vollzogen wird – dazu gleich mehr. Die Stufen reichen von 1 bis 6 und bieten für jeden Bedarf den passenden Shredder.

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Der Streifenschnitt beim Aktenvernichter

Jedes Blatt Papier, das in den Shredder eingeführt wird, wird in Streifen von zwei Millimetern Breite oder weniger zerlegt. Die Länge stimmt mit der Breite beim Papier überein, bei einem Blatt DIN A 4 also dessen Breite. Das Schneidwerk ist bei vielen Modellen variabel einstellbar, so dass die Streifen bei Bedarf schmaler ausfallen können.
Es liegt jedoch nahe, dass sich ein Blatt Papier in Streifen relativ leicht wieder zusammensetzen lässt. Dies gilt erst recht in dem Fall, wenn sich keine oder nur wenige andere geshredderte Dokumente im Auffangbehälter befinden. Somit ist ein Aktenvernichter mit Streifenschnitt eher für den privaten Gebrauch oder für Papier mit nicht sensiblen Daten geeignet. Sie erreichen entsprechend nur die Sicherheitsstufe 1 und 2 – nicht ausreichend für eine Arztpraxis, ein Anwaltsbüro oder jeden anderen Arbeitsplatz mit sensiblen Informationen.
Der Vorteil der Aktenvernichter mit Streifenschnitt liegt in ihrem leiseren Betriebsgeräusch im Vergleich zu Geräten mit Partikelschnitt. Auch sind sie in der Lage, größere Papiermengen zugleich zu shreddern, weshalb sie häufig dann zum Einsatz kommen, wenn eine große Zahl Dokumente ohne sensible Inhalte effizient und schnell zerkleinert werden soll.
Die einfachere Schnittart sorgt außerdem dafür, dass Aktenvernichter mit Streifenschnitt günstiger sind als die Ausführungen mit Partikelschnitt, und sie sind auch robuster in der Handhabung.

Der Partikelschnitt

Bei diesem Aktenvernichter wird das Blatt nicht nur längs geschnitten, sondern auch quer. Übrig bleiben – je nach Modell – kleine bis winzige Rechtecke, die sich kaum bis gar nicht mehr zum Originaldokument zusammenfügen lassen. Entsprechend bieten sie die Sicherheitsstufe 3 bis 6, wobei die Stufen 5 und 6 im durchschnittlichen gewerblichen Gebrauch nicht zu finden sind. Diese Aktenvernichter zerkleinern das Papier beinahe zu Staub und werden von Regierungs- und Militäreinrichtungen genutzt.
Geräte der Stufen 3 und 4, die in Büros und anderen Arbeitsplätzen mit sensiblen Daten eingesetzt werden, shreddern ein DIN A 4-Blatt in minimal 300 und maximal 1500 Partikel. Diese Anzahl und das kleine Format machen das Zusammensetzen eines Dokuments so gut wie unmöglich.
Zur effektiven Sicherheitsstufe kommt beim Aktenvernichter mit Partikelschnitt noch der Vorteil hinzu, dass die meisten von ihnen mit größeren Auffangbehältern ausgestattet sind als die Streifenschnitt-Modelle. Sie brauchen nicht so häufig geleert zu werden und da der Abfall kleinformatiger ist und sich leichter komprimieren lässt, passt mehr in den vorgesehenen Papier-Abfallbehälter.
Zu beachten bei diesen Geräten ist allerdings, dass sie im Betrieb lauter sind als Shredder mit Streifenschnitt, so dass ihr Standort sorgfältig ausgewählt werden sollte. In unmittelbarer Nähe des Arbeitsplatzes empfiehlt es sich nicht, sie aufzustellen, eher an einem zentralen Ort wie einem Flur. Dort können sie ihre Aufgabe ungestört und effektiv erfüllen.
Beide Arten der Aktenvernichter sind heutzutage in der Lage, neben Papier auch CDs, Plastikkarten und DVDs zu zerkleinern. Da diese Karten bzw. Datenträger überall eine große Rolle spielen, ist dies für beide Schnittarten ein wesentlicher Vorteil, um optimalen Datenschutz zu betreiben.